Bürgermeister ohne Verwaltungsausbildung? Geht!

Während der vielen persönlichen Gespräche mit Bürgern, die meine angestrebte Kandidatur gern unterstützen, kam häufig folgende Frage auf:

„Kannst du das eigentlich? Du kommst doch gar nicht aus der Verwaltung.“

Antwort meinerseits: „Das nötige Wissen für den Beruf „Bürgermeister“ kann man sich bei persönlicher Eignung erarbeiten, die dafür notwendigen Sozialkompetenzen muss man mitbringen.“

Da sich viele Menschen im Vorfeld der Wahl des Bürgermeisters mit dieser Frage ganz sicher auseinandersetzen werden, möchte ich hier schon einmal vermitteln, was aus meiner Sicht für eine erfolgreiche Amtsführung, neben persönlicher Eignung, Grundwissen in Verwaltungsangelegenheiten und Vertrauen in sein Rathausteam noch alles erforderlich ist. Dass es durchaus möglich ist als Bürgermeister ohne Verwaltungsausbildung gut zu sein, beweisen zahlreiche Beispiele erfolgreicher Bürgermeister ohne Verwaltungsausbildung  und politisch aktiver Vergangenheit in ganz Deutschland. Gern werde ich hier über meine Motive, Fähigkeiten und Kenntnisse eine Auskunft geben.

In der Niedersächsischen Kommunalverfassung ist bewusst nicht niedergeschrieben worden, dass ein Bürgermeister aus einer Verwaltung kommen muss. Er muss mindestens 23 Jahre alt und darf nicht vorbestraft sein. So will es zunächst einmal das Gesetz.

Gesetze begleiten mich schon fast durch mein gesamtes Berufsleben bei der Celler Lebenshilfe und durch meine Arbeit als Ehrenbeamter der Gemeinde Hambühren, Fachbereich Feuerwehr. Das Grundgesetz, Bürgerliches Gesetzbuch, Niedersächsisches Brandschutzgesetz, Niedersächsisches Gesetz für Sicherheit und Ordnung, Sozialgesetzbücher, Bundesteilhabegesetz, Jugendschutzgesetz…ständig muss man da etwas nachlesen oder einfach wissen, wo was steht.  Momentan lese ich wieder vermehrt in der Niedersächsischen Kommunalverfassung als ganz wichtige Lektüre, falls die Bürgerinnen und Bürger sich 2019 für mich als Bürgermeister entscheiden sollten.

Als Chef der Verwaltung muss der Bürgermeister über eine ausgeprägte Fähigkeit zur Menschenführung besitzen. Er muss teamfähig und in der Lage sein, sich in neue Themenfelder einarbeiten zu können. Also muss er ausdauernd und fleißig sein, sowie über einen guten Grad an Allgemeinbildung verfügen. Politische Unabhängigkeit und der Wille zur Konsensfähigkeit sind als Bürgermeister auch eher von Vorteil, denn man hat ja oft die Rolle eines Vermittlers inne.

Durch meine bisherige streng gelebte politische Neutralität, zu der ich als Ehrenbeamter der Gemeinde verpflichtet bin, kann man mir diese Eigenschaft zu 100% zuschreiben. In der Vergangenheit habe ich mit allen politischen Parteien und Gruppierungen konstruktiv zusammengearbeitet und alle gleich behandelt. Bevorzugung oder Parteilichkeit sind da für mich bisher ein „No Go“ gewesen. In meinem Hauptberuf sind Teamfähigkeit, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen von sehr hoher Bedeutung und über viele Jahre ehrenamtlich ein „Unternehmen Feuerwehr“ erfolgreich zu leiten, setzt eine Menge Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen voraus. Auch die physische und psychische Belastbarkeit muss meiner Meinung nach stark ausgeprägt sein, wenn man in einem so anspruchsvollen Beruf wie dem des Bürgermeisters bestehen will. Ich bin physisch und psychisch sehr belastbar.

Die Gemeindeverwaltung im Rathaus mit seinen Abteilungen und Mitarbeitern habe ich in den letzten zehn Jahren schon sehr gut kennen gelernt. Die Feuerwehr  als kommunale Einrichtung ist ja auch ein Teil der Gemeindeverwaltung (was viele Bürger gar nicht wissen). Auch dort ist wie in der Verwaltung alles bis ins Detail durch Gesetze, Satzungen, Verordnungen, Erlasse, Dienstvorschriften und Hierarchien geregelt.

Ich muss regelmäßig Fachlehrgänge, Fortbildungen und Seminare an der Landesfeuerwehrschule und am Niedersächsischen Studieninstitut NSI in Oldenburg absolvieren. Dort stehen sehr häufig Themen des Verwaltungsrechts im Mittelpunkt. Auch die Haushalts- und Budgetplanung, sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, Bauamt, Liegenschaftsamt und Hauptamt ist für mich seit Jahren Normalität. Dazu bin ich noch Mitglied im Ausschuss für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, um die Kommunalpolitiker über die Feuerwehr zu informieren und in Fachfragen zu beraten. Man sieht also: Ich habe doch Verwaltungserfahrung, nur habe ich das in den letzten Jahren ehrenamtlich getan. Neben Hauptberuf und Familie ist das kein leichter Job. Allerdings habe ich bewiesen, dass ich das alles leisten kann und fähig bin, mich in die Verwaltungstätigkeit einzuarbeiten.

Im Zweifelsfall oder in einer schwer zu lösenden Frage muss man aber in der Lage sein, den Telefonjoker zu ziehen und einen guten Bekannten mit der nötigen Expertise anrufen zu können. Es gibt da immer jemanden, der mir bei Bedarf oder bei besonderen Fachproblemen weiter helfen wird. Ein gutes Netzwerk aus Fachleuten zu haben und ein gutes Team im Rathaus ist da sehr wichtig.

Niemand ist allwissend und ein Bürgermeister muss gar nicht besser sein als ein sehr guter Sachbearbeiter, der seinen Job von der Pike auf gelernt hat. Im Rathaus Hambühren arbeiten eine ganze Menge sehr guter Fachleute, mit denen ich richtig gern zusammen arbeiten will. Von einem Bürgermeister erwartet niemand, dass er dem Bauamtsleiter die Funktionsweise eines Bebauungsplanes oder einer Kindergartenleitung das pädagogische Konzept erklären können muss. Dafür sind die beiden die Fachleute da und mein Job als Bürgermeister wäre es, die nötigen Vorhaben und Maßnahmen der Bevölkerung zu vermitteln und diese rechtzeitig mit einzubeziehen. Am besten schon im Vorfeld bei der Planung.

Meine Unterstützer wollen laut eigener Aussage einen Bürgermeister, der bürgernah ist, seinen Ort mit seinen Besonderheiten kennt und ein offenes Ohr für die Einwohner hat.

Dafür und für ein lebenswertes Hambühren will ich gern hart arbeiten.

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