Warum ein Spielplatz bleiben sollte

Ein weiteres aktuelles Thema in der Gemeinde Hambühren ist der geplante Rückbau einiger Spielplätze in den Ortsteilen Oldau, Ovelgönne und Hambühren 2, um geringfüge Haushaltsmittel einzusparen und mit dem Verkauf von gemeindeeigenen Flächen kurzfristig hohe Einnahmen erzielen zu können. Dass die Rodung des parkähnlichen Waldes und der Rückbau des Spielplatzes im „Eichkamp“ und die Erschließung der Fläche als Bauland zunächst Steuergelder verschlingt, Lebensraum für Tiere und Pflanzen vernichtet, Nachbarn mit Baulärm terrorisiert und den für Kinder aus den nahegelegenen Mietshäusern so wichtigen Sozialraum „Spielplatz mit Waldstück“ verschwinden lässt, interessiert hier die meisten Ratsmitglieder offenbar nicht. Auch aus Naturschutzgründen eventuell erforderliche Ausgleichsmaßnahmen für das Abholzen des ca. 0,8 ha großen Areals könnten weitere Kosten verursachen, die den Erlös des Verkaufs wahrscheinlich weiter schmälern würden. Warum also mit Gewalt diesen Spielplatz abschaffen und Bäume fällen?

Kinder lernen soziales Miteinander nicht, indem sie allein oder mit dem Geschwisterchen im Garten auf dem Trampolin hüpfen. Sie wollen sich autark von Erwachsenen treffen, die elterliche Wohnung verlassen und so spielend ihre sozialen Fähigkeiten ausbauen. Auf den Spielplätzen, beim freien Spiel findet soziales Lernen statt. Dafür ist ein nahe an den Wohnungen und Häusern der Eltern gelegener Spielplatz so enorm wichtig. Wie könnte eine für Bürger Gewinn bringende Lösung aussehen? Ein kleiner, zentrumsnaher  Bürgerpark „Eichkamp“ mit Spielplatz für Kinder, zum Verweilen einladenden Bänken für Eltern, Boulebahn, Riesenschach und kleiner Grillhütte wäre für dieses Areal sicher eine machbare Lösung gewesen. Ein aufgewerteter und  attraktiver Treffpunkt für Kinder, Eltern und Senioren, also für die gesamte Nachbarschaft hätte diesem Wohngebiet einen gewissen Charme verleihen können. Eine Ausschilderung „Zum Bürgerpark Eichkamp“ von der Ostlandstraße und der Schlochauer Straße aus würde sicher auch zu dessen Belebung beitragen.

Leider fehlt es in Hambühren offenbar an Kreativität und Einfallsreichtum, um solche Projekte kostengünstig und gemeinsam mit den Bürgern umzusetzen. Platt machen und zuschauen wie das Gras wächst (siehe Brache am vergeblich geplanten und völlig überflüssigen Gesundheitszentrum) ist da für manche wohl einfacher und wichtiger.

Die Kinder im Ortsteil Hambühren 1 zum Beispiel warten bis heute auf ihren eigenen Spielplatz. Die Kinder in diesem Ortsteil hat im Rahmen der Dorferneuerung niemand gefragt, denn die Erwachsenen haben über ihre Köpfe hinweg entschieden dass sie keinen Spielplatz brauchen.

Bürgernähe bedeutet für mich hingehen, hinschauen, zuhören und gemeinsam mit den Bürgern nach bezahlbaren und nachhaltigen Lösungen suchen, die dem Gemeinwohl förderlich sind. Vielleicht setzt in der Hambührener Politik in Zukunft doch noch mal ein Umdenken ein, denn Politikverdrossenheit fängt da an wo Wähler ausgegrenzt und die Partei- oder Einzelinteressen zu weit nach vorn gerückt werden. In diesem Artikel werden bewusst keine Namen oder Parteien genannt, jedoch sollte sich jede und jeder im Gemeinderat mal selbst fragen was er denn selbst in Zukunft  besser machen könnte. Zum Wohle der Bürger und der Attraktivität der Gemeinde Hambühren.

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